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Ausstellung | Never AFK

10. – 12. Mai 2019
NRW-Forum Düsseldorf

Eine Gruppenausstellung mit Arbeiten von LaTurbo Avedon, Marco Buetikofer und Lotte Meret Effinger, Sky M. J. Carranza, Ann Hirsch, Julia König, Mareen Müller, OMSK Social Club, Paidia Institut, Eva Papamargariti, Tabita Rezaire, Theo Triantafyllidis und Agatha Valkyrie Ice.

Raumkonzept und Installation: Julia König
Kuratiert von: Kristin Klein und Nada Schroer

“Here’s a heads up: In gamespace, even if you know the deal, are a player, have got game, you will notice, all the same, that the game has got you.” (McKenzie Wark)

Die Ausstellung Never AFK umfasst Beiträge von zwölf Künstler*innen, die mit ihren Arbeiten auf das Phänomen der post-digitalen Liveness Bezug nehmen. Das Akronym AFK (Away from Keyboard), ein Ausdruck aus dem Gamer-Jargon, verweist in diesem Zusammenhang auf die Unverfügbarkeit der Spieler*innen und die Unterbrechung des Spiels beim Online Gaming. Doch was bedeuten Liveness und Unverfügbarkeit im gegenwärtigen Kontext?

Für das techno-ökonomische System der Gegenwart findet McKenzie Wark in seinem Essay “Gamer Theory” (2007) ein eindringliches Bild. Mit Bezug auf das Medium Computerspiel beschreibt er eine Welt, die zum totalen Spielraum geworden ist. Dieser globale gamespace kennt kein Außen mehr. Seine Strukturen gleichen dem unzulänglichen Leveldesign des alltäglichen Lebens. Der gamespace ist das imperfekte Abziehbild der glatten, amüsanten Welt des Computerspiels. Jede*r Akteur*in wird darin zur*m Gamer*in. Der “magische Kreis” (Johan Huizingas) des Spiels hat seinen festen Rahmen verloren und durchdringt die Gesellschaft wie ein dynamisches Netzwerk, an dessen Knotenpunkten die Performances der gesellschaftlichen Teilnehmer*innen ausgelesen und bewertet werden. Und so wird jede Handlung zu einem Spielzug, bei dem man Punkte gewinnen und verlieren kann. Die Frage nach on- oder offline stellt sich nicht mehr. Wer handelt ist live dabei, ob die Webcam läuft oder nicht. Aus Körpern werden Data Bodies, die in den virtuellen Raum diffundieren und dort neue Organe und Assemblagen bilden. Unverfügbarkeit ist nicht verfügbar. Wir sind alle Never AFK.

Im Rahmen der Ausstellung sind die Künstler*innen dazu eingeladen, sich in kurzen Online-Performances und Live-Streamings mit aktuellen Formen der Liveness auseinanderzusetzen. Die Arbeiten situieren sich zwischen spekulativem Rollenspiel, queerem Avatar-Design, antikolonialem Skype-Healing und reflexivem Chat-Symposium. Dabei erkunden sie Prozesse und Ästhetiken von Echtzeit-Interaktion, posthumanem Embodiment, kollektiver Autorschaft und post-gender Repräsentation an der Schnittstelle von Gaming-Culture, Social Media und zeitgenössischer Kunst. Im Fokus stehen die Verhandlung utopischer Potentiale des Spiels zur Erweiterung, Intervention und Subversion der gesellschaftlichen Wirklichkeit sowie das Verhältnis von Entscheidungsfreiheit und Regelhaftigkeit in IRL und URL.

Live-Performances und Videoarbeiten werden über die Streaming-Plattform Twitch online präsentiert und in den Ausstellungsraum übertragen. Für die Aufführungssituation im NRW-Forum gestaltet die Künstlerin Julia König ein immersives Setting zwischen Game Parcours und Ausstellungsarchitektur.


Never AFK findet im Rahmen der Veranstaltung Always On. Livestreaming und Spielkultur in Kooperation mit dem Institut für Kunst & Kunsttheorie der Universität zu Köln statt.

Info: https://www.nrw-forum.de/veranstaltungen/ada-always-on
Grafikdesign: Katharina Drasdo



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